Platzhirsch-Festival am 18. & 19. September 2026
Eintritt frei, drinnen & draußen

Festival & Konzerte

DUISBURG HEIMAT
1972 | 2026

DUISBURG HEIMAT 1972 | 2026 verbindet zwei eindrucksvolle fotografische Arbeiten über soziale Wirklichkeiten in Duisburg: Frank Napieralas historische Serie Im Gleisdreieck und Toby Binders Langzeitprojekt #053kids aus Hochfeld.

1972 fotografierte der junge Duisburger Fotografiestudent Frank Napierala das Leben in der Obdachlosensiedlung im Gleisdreieck. Die Bewohner:innen lebten unter einfachen Bedingungen, aber in enger Nachbarschaft und starken sozialen Bezügen. Jahre später wurden die Menschen umgesiedelt und die Siedlung abgerissen. Heute erinnert kaum etwas an diesen Ort. Die Serie von Frank Napierala ist erstmals in ihrem vollen Umfang zu sehen.


Motiv aus Toby Binders Serie "#053kids"

© Toby Binder | #053kids

Dem gegenüber steht Toby Binders #053kids: eine über Jahre entstandene sozialdokumentarische Arbeit über Heranwachsende und junge Menschen in Duisburg-Hochfeld. In einem Stadtteil, in dem viele Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte leben und das von Armut und Ausgrenzung geprägt ist, wird die Ziffernfolge 053 der Postleitzahl zum Zeichen von sozialer Zugehörigkeit. Toby Binder zeigt Freundschaft, Identitätssuche, Härte, Hoffnung und den Alltag junger Menschen ohne Sensationalismus – nah und respektvoll.

Gemeinsam eröffnen beide Projekte einen Dialog über eine 50-jährige Zeitspanne. Sie fragen, wie sich soziale Ungleichheit über Generationen fortschreibt, was geschieht, wenn Menschen aus ihren gewohnten Lebensräumen verdrängt werden, und wie Heimat entsteht, wenn Zugehörigkeit immer wieder infrage gestellt wird.

© Frank Napierala | Im Gleisdreieck

Die Gemeinschaftsausstellung wird erstmals im Rahmen des Platzhirsch-Festivals 2026 in Duisburg präsentiert. Fotografien, Projektionen, O-Töne, dokumentarisches Material, eine szenische Lesung und Raptexte von Jugendlichen verbinden sich zu einem vielstimmigen Erinnerungs- und Gegenwartsraum. Nach der Festivalpremiere wandert die Ausstellung weiter in die Cubus Kunsthalle. Sie macht Lebensrealitäten sichtbar, die im öffentlichen Diskurs oft übersehen werden, und lädt Stadtgesellschaft, Kultur, Soziale Arbeit und Politik zum Gespräch ein.

Link Website Toby Binder: www.toby-binder.de