Platzhirsch-Festival am 18. & 19. September 2026
Eintritt frei, drinnen & draußen

Festival & Konzerte

Gesänge – Rufe

Die Stimme steht im Mittelpunkt des Programms, mit ihrer besonderen Kraft und ihrem Ausdruck.

„Rufe“ von Benjamin Scheuer für Sopran solo basiert auf der Geschichte der Nymphe Echo, die ihre Stimme verlor. Er verwendet Ausschnitte aus Ovids Metamorphosen und verlangt von der Sängerin, in verschiedenen Modi zu singen.

Farzia Fallahs Stück „Lamento – ein Gesang zum Tanzen, ein Gesang zum Schlafen“ für Stimme und Video (Hassan Sheidaei) ist ein Liebesgesang, ein Ruf, der weit hallt. Sehr weit, um alle zu umarmen, für ein kollektives Trauern, ein kollektives Tanzen.

Carola Bauckholts Stück „Kohle, Kreide“ basiert auf einem Video mit Zeichnungen von Susanne Walter. Sie kannte die großartigen Skulpturen von ihr und bat sie bei laufender Kamera, dies und das zu zeichnen. Diese visuellen Linien und alles, was mit ihnen mitschwingt, hat sie dann wie die Oberstimme eines dreistimmigen Kontrapunktes empfunden und dazu die beiden akustischen Linien für Mezzosopran und Cello gestaltet.

Das Programm wird durch „Sguardi su Shur“ für Cello solo von Vahid E. Hosseini ergänzt. Der Komponist bezieht sich hier auf das persische Modalsystem Shur, in dem ein mikrotonales Intervall ganz charakteristisch ist. Es steckt auch eine Doppeldeutigkeit, denn Shur bedeutet wörtlich Enthusiasmus.

Die Mezzosopranistin Hasti Molavian wurde mehrfach als Schauspielerin und Sängerin ausgezeichnet. 2020 wurde sie von Kay Voges für das Schauspielensemble des Volkstheaters Wien engagiert. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie im Ensemble des Schauspiel Köln.

Rebekka Stephan ist eine in Köln lebende Cellistin für zeitgenössische Musik und Musikpädagogin. Mit ihren Projekten als Kammermusikerin und Solistin möchte sie Musik, die heute entsteht und die von der heutigen Zeit, Gesellschaft und Kultur beeinflusst wird, aktiv mitgestalten.

Hassan Sheidaei ist ein Video- und Bildender Künstler. Sein Werk ist vielgestaltig. Was die Arbeiten in all ihrer Unterschiedlichkeit miteinander verbindet, ist das dezidierte Interesse an menschlichen Beziehungen, an dem Verhältnis des Einzelnen zu seinem sozialen Umfeld. Kulturelle und sprachliche Grenzen, wie auch historische und religiöse Kontexte werden dabei reflektiert und konzeptionell einbezogen, nicht als Kommentar, sondern als ästhetischer Resonanzraum

[english]

The programme centres on the voice, with its unique power and expressiveness.

Benjamin Scheuer’s „Rufe“ for solo soprano is based on the story of the nymph Echo, who lost her voice. He uses excerpts from Ovid’s *Metamorphoses* and requires the singer to sing in various modes.

Farzia Fallah’s piece „Lamento – a song for dancing, a song for sleeping“ for voice and video (Hassan Sheidaei) is a love song, a call that echoes far and wide. Very far, to embrace everyone, for collective mourning, for collective dancing.

Carola Bauckholt’s piece „Kohle, Kreide“ is based on a video featuring drawings by Susanne Walter. She was familiar with Walter’s magnificent sculptures and asked her, whilst the camera was rolling, to draw this and that. She then perceived these visual lines and everything that resonates with them as the upper voice of a three-part counterpoint, and composed the two acoustic lines for mezzo-soprano and cello.

The programme is complemented by „Sguardi su Shur“ for solo cello by Vahid E. Hosseini. Here, the composer draws on the Persian modal system of Shur, in which a microtonal interval is a defining feature. There is also an ambiguity here, as *Shur* literally means ‘enthusiasm’.

The mezzo-soprano Hasti Molavian has received numerous awards as both an actress and a singer. In 2020, she was engaged by Kay Voges to join the acting ensemble at the Volkstheater Wien. Since the 2025/26 season, she has been a member of the ensemble at Schauspiel Köln.

Rebekka Stephan is a Cologne-based cellist specialising in contemporary music and a music teacher. Through her projects as a chamber musician and soloist, she aims to play an active role in shaping music that is being created today and is influenced by the present era, society and culture.

Hassan Sheidaei is a video and visual artist. His work is multifaceted. What unites the works, in all their diversity, is a distinct interest in human relationships and in the relationship between the individual and their social environment. Cultural and linguistic boundaries, as well as historical and religious contexts, are reflected upon and conceptually incorporated – not as commentary, but as an aesthetic resonance chamber.

Photo: Hassan Sheidaei